Schlagwort-Archiv: Fragen rund um Kirmes

Warum ketten sich die Schießleute an ihre Fahne?

Schießleute sind ein chronisch misstrauisches Völkchen. Das liegt daran, dass man einem Schießjungen alles, was er nicht am Körper trägt und gut bewacht, klauen darf.

Schießleute sind ein chronisch misstrauisches Völkchen. Das liegt daran, dass man einem Schießjungen alles, was er nicht am Körper trägt und gut bewacht, klauen und für eine Kiste Bier zurückverkaufen darf. Und weil man eine Fahne häufiger mal verliert, wenn man der schießjungentypischen Freizeitbeschäftigung nachgeht, kettet man sich einfach dran fest.

Warum sehen die Schießleute beim Böllern so komisch aus?

Schießleute sehen immer komisch aus, das ist schon richtig so! Speziell beim Böllern kann man aber beobachten, dass die Schießleute den Mund sperrangelweit aufmachen. Und das hat auch einen guten Grund:

Der starke Luftdruck, der beim Böllern für den lauten Knall sorgt, könnte nebenbei auch dazu führen, dass das Trommelfell reißt, wenn man nah am Böller steht. Indem man beim Schießen den Mund öffnet, ermöglicht man einen Druckausgleich im Innenohr.

Wie wird man Schießjunge?

Als Nebenerscheinung der Emanzipationsbewegung ist es heutzutage für Mädchen nicht mehr zwingend notwendig, Schießjunge zu werden, denn wir haben auch den Begriff des Schießmädchens oder generell der Schießleute eingeführt.

Um in den ehrenwerten Kreis der Schießleute aufgenommen zu werden, muss der Kandidat einige herausragende Tugenden besitzen: Dazu gehören die Fähigkeit, mit wenig Schlaf auszukommen, und eine gewisse Begeisterungsfähigkeit für ständigen, oft unangebrachten Krach, den Geruch nach faulen Eiern, der einen nicht mehr loslässt und andere Begleiterscheinungen des Böllerschießens.

Wer glaubt, diese Fähigkeiten mitzubringen und dazu noch zwischen 18 und 20 Jahren alt ist, ist bei den Schießleuten jederzeit willkommen. Alles weitere bezüglich der Anmeldung erklärt Euch dann der Fähnrich .

Wer ist eigentlich dieser Kirmes-Hannes?

Der Kirmeshannes ist letztendlich ein Symbol für die Kirmes. Er steht aber nicht nur für das Fest, sondern auch für die Menschen, die an den Kirmestagen auf dem Festplatz feiern und Spaß haben.

Traditionell wird der Hannes als Strohpuppe in der Schießjungenuniform, also Blaumann und Hut dargestellt und ist über Kirmes oft mit den Schießleuten zu sehen. Montags abends, am Ende der Kirmes, wird der Kirmeshannes dann symbolisch zu Grabe getragen. Aber zum Glück wissen wir ja, dass er im nächsten Jahr zurückkommen wird!

Wie alt sind die Böller und wo kommen sie her?

Wie heißt es so schön: Aus Wissen wurden Sagen, aus Sagen wurden Legenden …

Über die Geschichte unserer Böller und die Herkunft des Brauchs des Böllerschießens könnte man mindestens einen eigenen Zeitungsartikel schreiben. Was allerdings ziemlich sicher ist, ist, dass die Böller etwa genau so alt sind, wie der Verein selbst, also über 80 Jahre. Laut unserer Chronik wurden zur Gründung des Vereins 2 Böller von den Brüdern Lenarz aus Maria Trost gespendet. Viele ältere Kesselheimer wollen sich auch erinnern, dass es einmal bis zu 10 Böller gegeben hat.

Da die Böller während ihrer Karriere bei der Kirmesgesellschaft schon so einige Modifikationen über sich ergehen lassen mussten, um weiterhin alle 5 Jahre Ihr “TÜV-Siegel” vom Beschussamt zu bekommen, sind alte Herstellerstempel oder Ähnliches heute leider nicht mehr auffindbar. Zu diesen Modifikationen gehört zum Beispiel der Einbau von Schlaghämmern und neuen Zündlochfuttern zum Schießen mit Reißleinen, denn ursprünglich wurden die Böller mit Lunten gezündet.

Weil die Böller schon so alt und traditionsbelastet sind, würden wir es bedauern, wenn sie beschädigt würden. Deshalb haben wir das Projekt “neue Böller” gestartet. Ziel ist es, die alten Katzeköpp in Rente zu schicken, um sie für die Nachwelt zu bewahren, und durch neue zu ersetzen.

Warum treiben sich die Schießleute in Grundschule u. Kindergarten herum?

Weil man sich an Kirmes endlich mal wieder so alt geben kann, wie man sich fühlt! Außerdem ist montags nachmittags um 14:30 Uhr die Kinderbelustigung.

Hier bietet die Kirmesgesellschaft viele Attraktionen an, an denen Kinder kostenlos teilnehmen können. Dazu gehören lustige Spiele und Süßigkeiten mit den Schießleuten und in diesem Jahr sogar Ponyreiten in der Rheinader.

Und damit die Kinder auch auf jeden Fall zur Kirmes kommen, werden sie morgens nochmal dran erinnert. Außerdem kann man so nebenbei in der Grundschule seine Mathekenntnisse auffrischen: “Wie viel hat man, wenn man 2 Euro plus 4 Euro hat?” “3 Bier und noch 60 Ct für ein Snickers!”

Wie wird man Mitglied der Kirmesgesellschaft?

Der Kirmesgesellschaft St. Martin Kesselheim e.V. kann man nur beitreten, wenn man einem Mitglied das Leben gerettet hat oder der eigene Vater schon ein Mitglied der Kirmesgesellschaft war oder man einen Mitgliedsantrag ausfüllt.

Dieser findet sich in jeder guten Kneipe, denn Mitgliedsanträge, für die KG werden, traditionell auf Bierdeckeln abgegeben. Dazu schreibt man einfach alle wichtigen persönlichen Daten auf den Deckel, unterschreibt ihn und gibt ihn bei einem Vorstandsmitglied ab. Dieses Vorgehen macht das Abheften der Mitgliedsanträge zwar etwas komplizierter (habt Ihr schon mal einen Ordner voll abgehefteter Bierdeckel gesehen?) , aber was tut man nicht alles für die Tradition …

Für Warmduscher gibt es übrigens auch einen gedruckten Mitgliedsantrag in der Kirmeszeitung und  auch  online.

Klicken Sie hier für das Anmeldeformular

Ist es viel Arbeit, eine Kirmes zu organisieren?

Es ist immer wieder eine Herausforderung, sich jedes Jahr etwas Neues einfallen zu lassen und für jede Interessengruppe mindestens einen interessanten Programmpunkt anzubieten.

Aber wir sind ein gutes Team und haben bei unseren Sitzungen, die unregelmäßig einmal im Monat stattfinden, immer viel Spaß. Fragt doch mal die Wirte, die wir dabei bis in die späte Nacht wachhalten! Oder Ihr lasst Euch selbst in den Vorstand wählen und bringt Eure Ideen ein!